In der ersten Zeit der Trauer ist der Schmerz so allgegenwärtig, dass er jeden Gedanken bestimmt. Doch je mehr Zeit vergeht, desto leiser wird er. Und plötzlich schleicht sich eine neue, panische Angst ein: „Was, wenn ich sein Lachen vergesse? Was, wenn ihre Stimme in meinem Kopf verblasst?“
Diese Angst ist völlig normal. Jahrelang predigte die traditionelle Psychologie, man müsse „loslassen“, um weiterleben zu können. Heute weiß die moderne Trauerforschung: Das Gegenteil ist der Fall. Das Konzept der sogenannten „Continuing Bonds“ (Weiterführende Bindungen) besagt, dass eine gesunde Trauerbewältigung nicht bedeutet, den Verstorbenen hinter sich zu lassen. Es geht vielmehr darum, eine neue Art der Beziehung zu ihm aufzubauen – eine Beziehung, die nicht mehr in der äußeren Welt, sondern tief im Herzen und durch Erinnerungen stattfindet.
Erinnern darf und soll ein aktiver Prozess sein. Hier sind 5 heilsame und kreative Wege, wie du das Andenken an deinen geliebten Menschen (oder dein Sternenkind) liebevoll in deinen Alltag integrieren kannst.
1. Eine Erinnerungskiste gestalten
Unsere Erinnerungen sind stark an unsere Sinne geknüpft – besonders an den Geruchssinn und den Tastsinn. Suche dir eine schöne Holzkiste oder einen edlen Karton und sammle darin Dinge, die dich an den Menschen erinnern. Das kann das Lieblingsparfüm sein, eine getragene Strickjacke, die noch nach ihm duftet, die alte Armbanduhr, Flugtickets vom gemeinsamen Urlaub oder handgeschriebene Zettel.
Der psychologische Effekt: Wenn dich die Trauer übermannt, hast du einen greifbaren, physischen Ort, zu dem du gehen kannst. Du kannst die Kiste öffnen, weinen, dich erinnern und sie danach wieder bewusst schließen und sicher verwahren.
2. Das Ritual der Gedenkkerze
Feuer ist seit Jahrtausenden ein Symbol für Leben, Liebe und Erinnerung. Eine Kerze zu entzünden, ist eines der einfachsten, aber stärksten Rituale überhaupt. Es schafft sofort eine ruhige, ehrfürchtige Atmosphäre.
Richte dir einen festen Zeitpunkt dafür ein. Vielleicht brennt die Kerze immer sonntags beim Frühstück, oder du zündest sie an besonderen Tagen wie dem Geburtstag, dem Todestag oder an Weihnachten an.
Tipp: Im Aevoria Shop kannst du personalisierte Trauer- und Gedenkkerzen gestalten – zum Beispiel mit dem Namen, einem Datum oder einem tröstenden Spruch. So wird die Kerze zu einem ganz persönlichen Lichtblick in deinem Zuhause.
3. Ein „Erinnerungs-Journal“ führen
Wenn die Angst kommt, Details zu vergessen, schreib sie auf! Besorge dir ein schönes Notizbuch und schreibe alles nieder, was dir einfällt. Welche lustigen Marotten hatte sie? Wie hat er seinen Kaffee getrunken? Über welche Witze habt ihr Tränen gelacht?
Du kannst in dieses Buch auch Briefe an den Verstorbenen schreiben. Erzähle ihm von deinem Tag, von deinen Fortschritten oder deinem Schmerz. Wenn du kreativ bist, kannst du das Journal auch mit Fotos, schönen Stickern und kleinen Erinnerungsstücken (Scrapbooking) gestalten. Das kreative Arbeiten mit den Händen wirkt extrem beruhigend auf ein gestresstes Trauergehirn.
4. Einen festen Gedenkort im Zuhause schaffen
Viele Trauernde finden es tröstlich, einen kleinen, sichtbaren Ort für den geliebten Menschen in ihrem Zuhause zu haben – einen Ort, der nicht versteckt ist, sondern ganz selbstverständlich zum Familienleben dazugehört.
Das muss kein großer „Schrein“ sein. Ein schönes gerahmtes Foto, eine kleine Vase für frische Blumen, ein sanfter Art-Print für Sternenkinder oder ein paar gesammelte Steine aus dem letzten Urlaub reichen völlig aus. Dieser Ort signalisiert dir (und Gästen): Dieser Mensch fehlt, aber er ist immer noch ein Teil von uns.
5. Traditionen fortführen (oder neue erfinden)
Wie hat der Verstorbene seinen Geburtstag gefeiert? Welches war ihr absolutes Lieblingsessen? Erinnerungen bleiben lebendig, wenn wir sie aktiv tun.
- Backe am Geburtstag des Verstorbenen seinen Lieblingskuchen und lade Freunde ein, um Anekdoten auszutauschen.
- Reise an den Ort, den er immer einmal sehen wollte.
- Hört am Todestag bewusst seine Lieblingsmusik und trinkt ein Glas seines Lieblingsweins auf ihn.
Du darfst dich erinnern – und du darfst weiterleben
Es ist ein großer Trugschluss, dass man aufhören muss zu trauern, um wieder glücklich zu sein. Die Liebe endet nicht mit dem Tod. Indem du liebevolle Erinnerungsrituale in dein Leben einbaust, nimmst du den Verstorbenen mit in deine Zukunft, anstatt ihn in der Vergangenheit zurückzulassen.
Suchst du nach Wegen, deine Erinnerungen greifbar zu machen? Im Aevoria Shop unterstützen wir dich dabei mit liebevoll personalisierten Andenken, Postkarten und Kerzen. Gestalte dein ganz persönliches Unikat, das dich auf deinem Weg begleitet.
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